Fakten zu Kartoffelchips in der Ernährung

März 2013

Ernährungscheck Kartoffelchips

Kartoffelchips sind ein beliebter Knabberartikel in Deutschland. Seit den fünfziger Jahren gehört der in den USA erfundene Snack zum Knabberspaß der Deutschen dazu. In den Regalen findet sich eine große Vielzahl von Produkten. Neben unterschiedlichen Herstellern kann der Konsument zwischen verschiedenen Geschmacksrichtungen und Verpackungsgrößen wählen. So sind neben der üblichen 175 g Packung eine Vielzahl von Packungsgrößen, wie auch Kleinverpackung und Großpackungen vorhanden. Auch bei den Kartoffelchipsarten gibt es verschiedene Kategorien. Neben den klassischen frittierten Kartoffelchips finden sich auch Ofenchips, die ein eigenes Herstellungsverfahren haben. Daneben gibt es fett- und salzreduzierte Varianten.

Kurzum: für jede Vorliebe, jeden Lebensstil und jeden Ernährungsbedarf finden sich passende und hoch innovative Produkte.

Wir möchten Ihnen im Folgenden Antworten zu den häufigsten Vorurteilen geben. Die Branche nimmt ihre Verantwortung ernst, den Konsumenten mit hochwertigen, schmackhaften und sicheren Produkten zu versorgen.

1.Kartoffelchips - ein natürliches Produkt

Kartoffelchips werden aus ganzen Kartoffeln hergestellt. Diese werden in Scheiben geschnitten, in Öl frittiert und anschließend gewürzt. Die Herstellung kann industriell erfolgen oder aber zu Hause in der eigenen Küche. Das Herstellungsprinzip bleibt dabei stets gleich. 

Anders als bei Kartoffelchips werden Stapelchips nicht aus der ganzen Kartoffel geschnitten, sondern aus einem flach gewalzten Kartoffelpüreeteig ausgestochen, geformt, frittiert und anschließend gewürzt.

Ohne Frittieren hingegen werden die Ofenchips hergestellt. Hier werden Chips aus Kartoffelteig geformt und im Ofen gebacken. Durch diesen Herstellungsprozess haben Ofenchips einen geringeren Fettgehalt.

2.Enthalten Kartoffelchips versteckte Kalorien?

Im Vergleich zu anderen Kartoffelprodukten werden Kartoffelchips in ausschließlich ungehärteten pflanzlichen Ölen, überwiegend hochwertiges Sonnenblumenöl, frittiert. Von der Kartoffel bis hin zu den Gewürzen werden nur beste Rohstoffe und Zutaten verwendet. Transparenz gegenüber dem Verbraucher ist den Herstellern wichtig.

Auch ohne gesetzliche Verpflichtung haben die Hersteller schon seit langem dem Verbraucher über die Nährwerttabelle Informationen zu den Nährwerten, unter anderen auch Fett und Energie, zur Verfügung gestellt. In der Regel finden sich die Nährwertangaben zusätzlich auf der Packungsvorderseite.

Zu einer ausgewogenen Ernährung gehört der bewusste Konsum von Genussprodukten einfach dazu. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch an Kartoffelchips lag 2011 hierzulande bei 3,3 Gramm pro Tag und macht damit weniger als ein Prozent des Richtwertes der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für die Energiezufuhr Erwachsener aus (Statistisches Bundesamt 2011).

Chips
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3.Täuschen Kartoffelchips über den Salzgehalt?

Bereits ohne gesetzliche Verpflichtung haben die Hersteller von Kartoffelchips die Verbraucher mittels der Nährwerttabelle über den Salzgehalt von Kartoffelchips informiert. Obwohl Kartoffelchips in die Produktkategorie der salzigen Snacks fallen, ist ihr Salzgehalt geringer als der anderer Lebensmittel, die wir als Mahlzeit täglich zu uns nehmen. 

Zur täglichen Aufnahme von Salz tragen Kartoffelchips auch wegen der geringen Verzehrmenge daher nur im geringen Maße bei. So heißt es in der letzten Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) unter dem Titel: "Blutdrucksenkung durch weniger Salz in Lebensmitteln" vom 19.10.2011, veröffentlicht am 20.02.2012: "Knabbergebäck, z.B. Salzstangen, weist ebenfalls einen zum Teil hohen Salzgehalt auf. Allerdings haben Knabberartikel mit einem durchschnittlichen täglichen Verzehr von 8 g bei Männern und 5 g bei Frauen nur einen geringen Anteil an der Gesamt-Salzzufuhr …" (S.6). Die vollständige Stellungnahme finden Sie unter: www.bfr.bund.de

4.Konsumieren die Deutschen übermäßig Chips?

Kartoffelchips erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit in Deutschland. So verzehrten die Deutschen im Jahr 2011 pro Kopf 1,21 kg Kartoffelchips. In der Rückschau der letzten zehn Jahre betrachtet lag der durchschnittliche Chipskonsum pro Kopf und Jahr in einer Bandbreite zwischen 0,9 kg und 1,25 kg.

Im europäischen Vergleich verzehren die Deutschen dabei deutlich weniger Kartoffelchips als ihre Nachbarn. Die Deutschen bewegen sich im unteren Mittelfeld. Iren und Briten verzehren mit 2,5 bis 2,9 Kilogramm/Jahr doppelt so viel bis fast die dreifache Menge. Die Europameister im Chipsverzehr sind jedoch ungeschlagen die Niederländer mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von über drei Kilogramm. Auch dies sind im Vergleich zu anderen Lebensmitteln sehr geringe Verzehrsmengen.

5.Erhöhen Kartoffelchips den Blutzuckerspiegel?

Kartoffelchips enthalten Stärke. Stärke ist ein Kohlenhydrat, welches chemisch unter anderem aus Glukosemolekülen besteht. Die Stärke haltigen Kartoffelchips haben einen mittleren glykämischen Index. Dies bedeutet, dass die Stärke in Kartoffelchips langsam abgebaut wird und nicht zu einem sofortigen Anstieg des Blutzuckerspiegels führt. Die Stärke in Kartoffelchips hat somit keine Appetit fördernde Wirkung. (Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Wissenschaftliche Stellungnahme in: Ernährungs-Umschau 1 (2013): Glykämischer Index und glykämische Last - ein für die Ernährungspraxis des Gesunden relevantes Konzept?, S.28.).

6.Was unternehmen die Hersteller, um den Gehalt an Acrylamid zu reduzieren?

Die im BDSI vertretenen Hersteller von Kartoffelchipsprodukten nehmen ihre Verantwortung gegenüber dem Verbraucher in Sachen Acrylamid seit bekannt werden der Thematik wahr und arbeiten gemeinsam mit Wissenschaft und Behörden im Rahmen des sogenannten dynamischen Minimierungskonzepts der Bundesregierung seit über 10 Jahren erfolgreich an der Senkung der Acrylamid-Gehalte in Kartoffelchips.

Durch Umstellungen in der Produktionstechnik konnte eine deutliche Absenkung der Acrylamid-Gehalte erreicht werden. An weiteren Maßnahmen wird kontinuierlich gearbeitet. Acrylamid ist keine Kontamination, entsteht also nicht durch den Zusatz eines Stoffes von außen, sondern von selbst bei der Erhitzung von zahlreichen Lebensmitteln, so z.B. auch von Kartoffeln. Acrylamid entsteht gleichermaßen bei der Erhitzung von Kartoffeln in der industriellen Herstellung wie in der häuslichen Zubereitung oder in der Gastronomie. 60 - 80 Prozent der täglichen Acrylamid-Aufnahme des Menschen erfolgt zu Hause. Der Anteil der täglichen Acrylamid-Aufnahme durch Kartoffelchips liegt unter 5 Prozent.

Auch nach der Verabschiedung europäischer Signalwerte für Acrylamid setzen die Hersteller ihre transparenten Minimierungsbemühungen fort. So finden Sie unter www.bdsi.de stets aktuelle Informationen zu dem Thema sowie die jüngst erhobenen Wochenmittelwerte.

Bonn, 05.03.2013