Nürnberger Lebkuchen

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Nürnberger Lebkuchen – Herkunft einer Gebäckart mit langer Tradition

In fränkischen Klöstern nahm die traditionsreiche Geschichte des Lebkuchens ihren Anfang: Abgeschirmt von der Öffentlichkeit wurde nach streng geheim gehaltenen Rezepturen und unter Beimengen von erlesenen Zutaten der "Lebkuchen" geboren. Es waren auch die Nonnen und Mönche, die im Mittelalter erstmals die "hostia oblata" - das geweihte Messopfer - als Unterlage für den Lebkuchenteig nutzten.

Lebkuchenrezeptur – gestern wie heute

Von Generation zu Generation überliefert, werden die Rezepturen für Oblaten-Lebkuchen bis heute in der Lebküchnerei angewandt. Das älteste, schriftlich überlieferte Lebkuchen-Rezept stammt aus dem 16. Jahrhundert. Noch heute bildet die Oblate den "Unterbau" für die feine Leckerei. Ihren intensiven Geschmack erhalten die Oblaten-Lebkuchen durch edle Gewürze aus aller Welt: Anis aus Ägypten, Nelken aus Madagaskar, Ingwer und Kardamom aus Indien, Muskatblüten aus Sumatra, Piment aus Mexiko und Zimt veredeln das feine Backwerk zu einer besonderen Spezialität.

Nürnberg – Die Lebkuchenmetropole

Die Herstellung von Lebkuchen hat in Nürnberg eine lange Tradition: Seit dem Mittelalter ist Nürnberg weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt für seine köstlichen Lebkuchensorten. Ruhm und Tradition als Lebkuchen-Metropole verdankt Nürnberg nicht zuletzt seiner verkehrsgünstigen Lage: Am Kreuzungspunkt vieler Handelswege und alter Gewürzstraßen gelegen, war Nürnberg der ideale Ort für die Lebkuchenbäckerei. Zudem saßen die Nürnberger Lebküchner durch die großen Bienengärten in den Wäldern rund um Nürnberg direkt an der süßen Honigquelle. Damit waren die Rohstoffe leicht verfügbar und die Absatzmärkte schnell erreichbar. 

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts taucht in Urkunden erstmalig die Bezeichnung "Lebkuchen" auf; in Rechnungsbüchern von 1395 wird ein "Lebküchner" besteuert. Es muss schnell zu einer Spezialisierung der Bäcker gekommen sein, die in Nürnberg ausschließlich Lebkuchen herstellten. Dennoch war der Weg, offiziell als eigene Handwerkszunft anerkannt zu werden, schwierig und langwierig. Erst 1643 genehmigte der Rat der Stadt Nürnberg die Gründung einer eigenen Lebküchnerzunft.

Bis heute ist die Tradition der Lebkuchenbäckerei in Nürnberg lebendig. Trägt ein Produkt die Bezeichnung "Nürnberger Lebkuchen", ist dies die Garantie dafür, dass der Lebkuchen auch tatsächlich aus der Lebkuchenmetropole Nürnberg stammt. Seit 1996 ist die Marke "Nürnberger Lebkuchen" als sogenannte geschützte geografische Angabe (g.g.A.) europaweit geschützt.

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Spezialitäten – vielfältige Lebkuchenvariationen

Die Sortenvielfalt der Nürnberger Lebkuchen ist durch RAL-RG 0131 beschrieben. Genau festgelegte Normen bestimmen die Auswahl und Zusammensetzung der edlen Rohstoffe. "Feinste Oblaten-Lebkuchen" werden auch unter der Bezeichnung "Elisenlebkuchen" angeboten. Den edlen "Elisenlebkuchen" kennt man seit 1808 als Meisterstück der Zunft. Vom Genießer ebenso hochgeachtet werden Sorten wie "Mandel-", "Haselnuss-", Walnuss-", "Marzipan-" und "Makronenlebkuchen".

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