Häufige Fragen rund um Süßwaren


Wann wurden "Süßwaren" erfunden?

Die zwei wichtigsten Komponenten von vielen Süßigkeiten sind die Schokolade und der Zucker. Schokolade wird aus Kakao hergestellt. Von ihm wissen wir, dass er bereits von den Azteken genossen wurde. Von Mexiko aus gelangte Kakao im 17. Jahrhundert nach Spanien und wurde von dort weltweit verbreitet. Zunächst gehobenen Gesellschaftsschichten vorbehalten, kamen über die Jahrhunderte hinweg alle Schichten der Gesellschaft in den Genuss von Kakao und Schokolade. 

Süßigkeiten auf Zuckerbasis, Bonbons, sind eine Kreation der Franzosen. Bonbons konnten erst erfunden werden, als der Rohrzucker und die Kunst des Zuckersiedens aus Kleinasien nach Europa gekommen waren. Exklusiv in Adelskreisen wurden Kaubonbons aus Bonbonnieren (Konfektschachteln) verzehrt. Aus dem handgefertigten Konfekt wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein industriell hergestelltes Produkt. 

Eine Besonderheit lässt sich noch für Deutschland berichten: Hier gab es ab Mitte des 19. Jahrhunderts den "Bamberger Bärendreck", heute als Lakritz bekannt. In Bamberg wurden damals bereits flächendeckend Süßholzwurzeln und Zuckerrüben - Hauptzutaten von Lakritze - angebaut. So konnten die Bamberger frühzeitig und erschwinglich diese Köstlichkeit genießen.


Wird eigentlich im Sommer und im Winter unterschiedlich viel genascht?

Das lässt sich schwer sagen. Der Hauptunterschied liegt darin, was genascht wird. Im Sommer eher Eis, im Winter mehr Schokolade. Auch die Geschmacksrichtungen spiegeln die Jahreszeiten wider: Im Sommer bestimmen leichte-fruchtige Noten das Angebot. Im Winter wird es dunkler, nussiger, karamelliger, mit mehr Gewürznoten. 


Weshalb spricht man von "Süßholz raspeln"?

Süßholz raspeln besagt, dass jemand auf plumpe Art Komplimente macht bzw. dabei gleich ins Volle geht. Zu den Begriffen:

Süßholz ist eine mehrjährige krautige Pflanze (Glycyrhizza glaba). Sie wird beispielsweise zur Herstellung von Lakritze verwendet. Geschmack gebend ist u. a. das Glykosid Glycyrrhizin. Das Glykosid besitzt etwa die 50-fache Süßkraft von Rohrzucker. Und bei der Arbeit mit einer Raspel fallen gleich sehr grobe Späne (Holz-, Metall o.a.).


Seit wann gibt es den Brauch, Schultüten zur Einschulung zu verschenken?

Die Schultüte, wie sie auch heute noch Erstklässler am Einschulungstag geschenkt bekommen, ist erst seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts bekannt. Der Brauch entstand in den Städten und breitete sich dann auch in ländlichen Gebieten aus. Die Geschichte einer "süßen Tüte" lässt sich in Deutschland allerdings weiter zurück verfolgen. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Kindern vornehmlich in Sachsen und Thüringen der Schulbeginn versüßt. Zum Beispiel in Jena (1817), Dresden (1820) und Leipzig (1836). Dort erzählte man ihnen, dass im Haus des Lehrers ein Schultütenbaum wüchse. Wenn die Schultüten groß genug wären, wäre es Zeit für den Schulanfang.


Stimmt es, dass Menschen eine angeborene Vorliebe für Süßes haben?

Ja. Die Vorliebe für den süßen Geschmack bringen Babys bereits mit auf die Welt. Naschen ist ein Urbedürfnis, tief verwurzelt in jedem Menschen. In der Evolution hat die Präferenz für "süß" dem Menschen das Überleben gesichert. Denn süß schmeckende Pflanzenteile sind oftmals essbar. Im Gegensatz zu bitter schmeckenden. Sie sind oft giftig. Verantwortlich für den süßen Geschmack sind einfache Kohlenhydrate. Als sehr wichtige Energielieferanten braucht unser Körper sie. Untersuchungen zeigen: Neugeborene reagieren auf süße Geschmacksreize mit einem zufriedenen und entspannten Gesichtsausdruck. Bei saurem und bitterem Geschmack verzieht sich ihre Miene hingegen missmutig.


Sind Süßwaren und Knabberartikel im Rahmen einer abwechslungsreichen Ernährung erlaubt?

Ja. Süßwaren und Knabberartikel sind Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung. Dies zeigt auch die Ernährungspyramide der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die Süßwaren und Knabberartikel mit aufführt. Wichtig ist, dass der Verzehr sowohl von Süßem als auch von Knabbereien bewusst und mit Genuss erfolgt. Keinesfalls sollen sie Ersatz für eine vollwertige Mahlzeit sein.