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Entstehung von Übergewicht und daraus abgeleitete Maßnahmen der Politik

Die Entstehung von Übergewicht ist ein multifaktorielles Geschehen. Faktoren wie z.B. Vererbung, der sozioökonomische Status, der Lebensstil (Bewegungsmangel und lange Sitzzeiten, nicht ausgewogene Ernährung, Stress), Schlafmangel, diverse Erkrankungen, aber auch Immobilisierung u.a. bilden ein insgesamt komplexes Geflecht an Ursachen. Entsprechend ganzheitlich müssen Lösungsansätze für jeweilige Lebenssituationen und Altersgruppen sein.

Verbote von oder Warnungen vor dem Verzehr einzelner Lebensmittel oder Lebensmittelgruppen, bewertende Lebensmittelkennzeichnungen, weitere Werbebeschränkungen oder -verbote, Sondersteuern u.ä. sind Scheinlösungen. Weder die Ernährung allein noch der Konsum einzelner Lebensmittel oder gar die Aufnahme bestimmter Nährstoffe sind für die Übergewichtsproblematik verantwortlich zu machen. Erfolgversprechender als bevormundende Ansätze ist eine positive Anleitung zu einem gesundheitsförderlichen Lebensstil.

Die Position des BDSI kurz gefasst:

  • Übergewicht hat viele Ursachen. Sich bei der Prävention und Verminderung auf nur eine Facette wie die Ernährung oder gar den Süßwarenkonsum zu fokussie­ren, ist erwiesenermaßen nicht zielführend. Es bedarf aus Sicht des BDSI gesamtgesellschaftlicher Anstrengungen, um die Menschen von klein auf mit Handlungskompetenzen in allen Lebensbereichen vertraut zu machen. Verbote von oder Warnungen vor dem Verzehr einzelner Lebensmittel u. ä. sind Scheinlösungen. Erfolgversprechender als bevormundende Ansätze ist eine positive Anleitung zu einem gesundheitsförderlichen Lebensstil.
  • Mit der deutschen Plattform Ernährung und Bewegung (peb) wurde zu Recht ein integrierter Weg bei der Prävention von Übergewicht eingeschlagen. Der BDSI unterstützt peb als aktives Mitglied.
  • Werbung ist ein unverzichtbares Element der freien Marktwirtschaft. Sie dient der Information des Verbrauchers und ist eine existenzsichernde Basis für freie und unabhängige Medien. Werbung für Lebensmittel einzuschränken oder gar zu verbieten, umÜbergewicht zu bekämpfen, verfehlt das Ziel. Denn: Die Ent­stehung von Übergewicht ist ein komplexes Geschehen, an dem unter anderem sozioökonomische Faktoren, Bewegungsmangel, unausgewogene Ernährung, genetische Veranlagung sowie psychosoziale Aspekte beteiligt sind. Lebens­mittelwerbung gegenüber Kindern ist bereits heute durch zahlreiche gesetz­liche Regelungen und freiwillig auferlegte Selbstbeschränkungen ausreichend geregelt. Kinder vor Werbung abzuschirmen, ist nicht der richtige Weg, denn sie ist Teil ihres Alltags. Aus Sicht des BDSI sind Initiativen zur Vermittlung von Medien- und Werbekompetenz bei Kindern und Jugendlichen unabdingbar.
  • Die Süßwarenindustrie bietet eine große Vielfalt unterschiedlicher Produkte an. Sie begreift sich wandelnde Verbraucherwünsche als Chance, entwickelt das Pro­duktangebot stetig fort und reagiert auf neue Bedürfnisse/Erkenntnisse. Neben den klassischen, traditionellen Produkten, die seit Jahren erfolgreich am Markt sind und unverändert bestehen bleiben dürfen müssen, gibt es eine Reihe von Varianten mit reduziertem Zucker-, Fett- bzw. Salzgehalt, gluten- und laktosefreie Erzeugnisse sowie weitere innovative Produkte. Süßwaren, Knabberartikel und Speiseeis gibt es zudem in den unterschiedlichsten Portions- bzw. Verpackungs­größen, darunter auch viele kleine und wieder­verschließbare Verpackungen. Die Entwicklung von Rezepturen liegt in derSelbstverantwortung der Unternehmen, in die nicht gesetzlich eingegriffen werden darf.
  • Die Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) stellt – zusätzlich zu den Angaben in den Zutatenlisten – für den Verbraucher ein hohes Maß an Produkt­transparenz hinsichtlich Energie und enthaltener Nährstoffe wie Kohlen­hydrate, Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren, Eiweiß und Salz sicher. Hilfestellungen, die dem Verbraucher zusätzlich zur verpflichtenden Nährwert­kennzeichnung gemäß LMIV gegeben werden, müssen wissenschaftsbasiert, nicht diskriminierend, transparent und verständlich und vor allem freiwillig sein und die spezielle Rolle von Süßwaren in der Ernährung berücksichtigen. Eine visualisierende Nährwertkennzeichnung muss aus Sicht des BDSI Informationen zu den einzelnen Nährstoffen enthalten, um dem Verbraucher eine Orien­tierung und Wahlmöglichkeit bezogen auf den individuellen Ernährungsbedarf zu geben. Dies ist z. B. beim Nutrinform-Modell der Fall. Bewertende und nicht wissenschaftsbasierte Kennzeichnungssysteme – wie eine „Ampelkennzeich­nung“ – sind abzulehnen.
  • Nährwertprofile sind nach der Verabschiedung der europäischen LMIV nicht mehr erforderlich. Die LMIV regelt bereits umfassend alle für Verbraucher not­wendigen Angaben. Daher ist die EU-Kommission aus Sicht des BDSI auch nicht mehr verpflichtet, Nährwertprofile zu erlassen. Außerdem sind diese wissen­schaftlich nicht begründbar, sondern politisch motiviert, verfehlen ihr Ziel, werden einer juristischen Überprüfung nach Meinung von Experten nicht stand­halten, sind eine Innovationsbremse und stigmatisieren Traditionsprodukte.

Das vollständige Positionspapier können Sie hier herunterladen.

Hier können Sie die englische Version herunterladen.

Stand: Juli 2021

 

Weitere Informationen und Materialien des BDSI rund um das Thema „Entstehung von Übergewicht und daraus abgeleitete Maßnahmen der Politik“

 

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