Werbeverbote für Süßwaren machen niemanden schlanker

©Ezume Images/AdobeStock

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Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) hält die von der Grünen-Politikerin Kirsten Kappert-Gonther geforderten Werbeverbote u.a. für Süßwaren für nicht geeignet, um einen Beitrag zur Lösung des gesamtgesellschaftlichen Problems des Übergewichts zu leisten.

„Durch einen Verzicht auf Werbung für Süßwaren wird niemand schlanker. Süßwaren sind genussbringende Produkte für die kleinen Freuden im Alltag. In Maßen genossen haben sie daher, wie jedes andere Lebensmittel auch, in einer ausgewogenen Ernährung ihren Platz“, sagt Dr. Carsten Bernoth, Hauptgeschäftsführer des BDSI.

Übergewicht hat viele Ursachen, insbesondere zu wenig Bewegung, eine unausgewogene Ernährung oder genetische Faktoren. Allein den Konsum einzelner Lebensmittel oder die Werbung für einzelne Lebensmittel als Ursache zu betrachten, löst das Problem nicht. Sinnvoller wäre es, wenn Kindern und Jugendlichen im Schulunterricht die Funktion und Bedeutung von Werbung vermittelt wird, damit sie Medienkompetenz erlangen. Auch sollte in Schulen praktische Ernährungsbildung durch Kochkurse vermittelt werden, wie der BDSI seit langem fordert.

Zum Hintergrund: Werbung spielt in einem fairen und lauteren Wettbewerb in der freien Marktwirtschaft eine essenzielle Rolle und ist nicht wegzudenken. Wie Lebensmittel beworben werden dürfen, legen umfangreiche nationale und europäische Regelungen bereits heute fest. Dabei wird der erhöhten Schutzbedürftigkeit von Kindern und Jugendlichen besonders Rechnung getragen. Darüber hinaus hat die Wirtschaft selbst freiwillige Verhaltensregeln entwickelt und Maßnahmen der Selbstkontrolle eingerichtet. Alle Unternehmen der deutschen Lebensmittelwirtschaft beachten die „Verhaltensregeln des Deutschen Werberates über sämtliche Formen der kommerziellen Kommunikation für Lebensmittel“, die sie gemeinsam mit dem Deutschen Werberat erarbeitet haben. Auf europäischer Ebene wiederum haben sich große Lebensmittelhersteller im Rahmen des sog. EU-Pledge zu einer Selbstbeschränkung der Werbung zusammengeschlossen. Die Unternehmen haben sich damit verpflichtet, keine Werbung für Produkte an Kinder unter 12 Jahren zu richten, es sei denn, die Produkte erfüllen bestimmte Nährwertkriterien.

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