29.11.2017

Verzicht auf Süßwaren auf dem Weihnachtsteller macht niemanden schlanker

© BDSI

Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) hält den von der Senioren-Union NRW vorgeschlagenen Verzicht von Süßwaren auf dem bunten Teller zu Weihnachten für nicht geeignet, um einen Beitrag zum gesamtgesellschaftlichen Problem des Übergewichts zu leisten. Gleiches gilt auch für Warnhinweise oder Schockbilder auf Verpackungen.

„Durch einen Verzicht auf Süßwaren zu Nikolaus oder auf dem bunten Teller unter dem Weihnachtsbaum wird niemand schlanker. Süßwaren sind genussbringende Produkte für die kleinen Freuden im Alltag und gehören traditionell auch zu Weihnachten dazu. In Maßen genossen hat jedes Lebensmittel in einer ausgewogenen Ernährung seinen Platz“, sagt Stephan Nießner, Vorsitzender des BDSI.

An der Entstehung von Übergewicht – so belegt es die Wissenschaft – sind viele Faktoren beteiligt (z.B. Vererbung, der sozioökonomische Status, der Lebensstil –
vor allem Bewegungsmangel und lange Sitzzeiten, nicht ausgewogene Ernährung, Stress, Schlafmangel, diverse Erkrankungen, aber auch Immobilisierung u. a.). Der Kampf gegen Übergewicht muss daher als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen werden, die die Vielzahl von Ursachen und deren Vernetzung bei den Lösungsansätzen berücksichtigt. Alle gesellschaftlichen Bereiche sind aufgefordert, zusammenzuwirken und dazu beizutragen, insbesondere jungen Menschen Kompetenzen zu vermitteln sowie ihre Selbstverantwortung zu stärken. Sie sollten in die Lage versetzt werden, bis ins hohe Alter bewusst einen aktiven, gesunden Lebensstil zu führen.

Auch die Nationale Verzehrstudie II (NVS II) der Bundesregierung bestätigt, dass Süßwaren als Energiequelle eine untergeordnete Rolle spielen: Über Schokoladen- und Zuckerwaren nehmen Frauen durchschnittlich nur 4 % und Männer nur gut 3 % ihrer Energie auf. Der BDSI wehrt sich deshalb gegen eindimensionale Schuldzuweisungen an einzelne Lebensstilfaktoren, wie z. B. die Ernährung oder gar einzelne Lebensmittelgruppen. Sie sind als Lösungsansätze nicht geeignet und führen in eine Sackgasse – und dies nicht nur zur Weihnachtszeit.