Teure Rohstoffe machen der deutschen Süßwarenindustrie stark zu schaffen

© Shawn Hempel/AdobeStock

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Die deutliche Steigerung von Rohstoffpreisen und auch der Kosten für Energie, Logistik und Verpackungsmaterialien machen den Herstellern von Süßwaren und Knabberartikeln in Deutschland derzeit neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie besonders zu schaffen.

„Es gibt extreme Verwerfungen und dramatische Preissteigerungen bei vielen wichtigen Rohstoffen gleichzeitig“, erläutert Dr. Carsten Bernoth, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI). „Besonders zu spüren bekommen die Hersteller deutliche Preiserhöhungen beim Einkauf der wichtigsten agrarischen Rohstoffe Weizen, Soja und Zucker, aber auch im Bereich Verpackung.“

Der Weizenpreis kletterte am Warenterminmarkt binnen eines Jahres um 50 % auf ein neues Allzeithoch, zudem wird eine unterdurchschnittliche Ernte erwartet. Auch die Kosten für Milchpulver, Zucker, Haselnüsse oder Soja sind stark gestiegen. Verursacht wurden diese Bewegungen unter anderem durch niedrigere Ernteerträge, geringere Importe aus Drittländern, aber auch einen Anstieg der Nachfrage in Asien.

Ebenfalls deutlich gestiegen sind die Kosten bei der Beschaffung von Verpackungsmaterialien und in den Bereichen Logistik und Energie. So hat sich der Strompreis für Industriekunden innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. Am Terminmarkt der Energiebörse EEX kostet eine Megawattstunde (MWh) Strom, die im kommenden Jahr geliefert werden soll, knapp 70 €. So hoch war der Großhandelspreis, der Grundlage für viele Verträge der Industriekunden ist, seit zwölf Jahren nicht mehr. Im März 2020, zu Beginn der Pandemie, kostete eine MWh noch 35 €. Getrieben wird der Preis vom ebenfalls steilen Anstieg des CO2-Preises. Seit Anfang des Jahres beträgt er 25 € pro Tonne Kohlendioxid.

Auch gibt es in der internationalen Logistik derzeit unzureichende Frachtkapazitäten auf der Straße und der Schiene wie auch auf Containerschiffen. Container sind für den Transport von Waren rund um den Globus Mangelware. Während der Corona-Pandemie und infolge eines zeitweise brachliegenden Welthandels haben viele Firmen ihre Kapazitäten und Bestände abgebaut. Nun treffen diese verkleinerten Produktionskapazitäten auf eine sprunghaft steigende Nachfrage im Zuge der wirtschaftlichen Erholung in vielen Teilen der Welt.

Ein Lichtblick für die Unternehmen der deutschen Süßwarenindustrie ist, dass sich die Nachfrage für ihre Produkte aus dem asiatischen Raum wieder erhöht hat. Auch die Geschäftsaussichten mit den USA beurteilen die Hersteller deutscher Süßwaren wieder optimistischer.

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