05.04.2017

MOSH/MOAH in Lebensmitteln: Süßwaren-Hersteller setzen erfolgreiche Minimierungsstrategie fort

© Juice Images/Fotolia

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Mineralische Kohlenwasserstoffe (MOSH/MOAH) befinden sich überall in unserer Umgebung (z.B. durch Autoabgase, Feinstaub und Raumluft) und können so in Spuren auch in Lebensmittel gelangen. Einträge sind auch aus Altpapierrohstoffen und entlang der gesamten Wertschöpfungskette möglich. Das Problem ist nicht neu. Da Einträge von MOSH/MOAH in Lebensmittel generell unerwünscht sind, arbeiten die gesamte Lebensmittelindustrie und auch die Süßwarenindustrie bereits seit Jahren intensiv daran, diese zu minimieren. Zu den ergriffenen Maßnahmen gehören z.B. die Umstellung auf Frischfaserkarton für die Primärverpackung, der Einsatz mineralölfreier Druckfarben sowie die Verwendung von geeigneten Barrieren.

Die Europäische Kommission hat im Januar 2017 eine europaweite Erhebung von Daten zu mineralischen Kohlenwasserstoffen in einer Vielzahl von Lebensmitteln und Lebensmittelkontaktmaterialien für die Jahre 2017 und 2018 empfohlen. Die deutsche Süßwarenindustrie unterstützt diesen europaweiten Ansatz.

Das Lebensmittelchemische Institut (LCI) der deutschen Süßwarenindustrie hat im Juli 2016 ein dreijähriges wissenschaftliches Forschungsprojekt (2013–2016) zur Minimierung von MOSH/MOAH in Lebensmitteln abgeschlossen. Darüber hinaus wurde durch den Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) eine wissenschaftliche Grundlagenforschung für die gesamte Lebensmittelkette eingeleitet.

„Mineralische Kohlenwasserstoffe können nicht ausnahmslos vermieden werden, da sie in unserer Umwelt überall vorhanden sind und deshalb in Spuren auf verschiedenen Eintragswegen in ein Lebensmittel gelangen können“, sagt Professor Dr. Reinhard Matissek, Leiter des Lebensmittelchemischen Instituts des BDSI.

Wegen der Komplexität bedarf es zur Minimierung von MOSH/MOAH der gemeinsamen Anstrengung aller an der Lebensmittelkette Beteiligten – und dies international, da viele Einflussfaktoren außerhalb Deutschlands liegen (z.B. Lagerung und Transport von Importrohstoffen). Die Lebensmittel- und Süßwarenindustrie kann die komplexe und schwierige Thematik allein nicht lösen, sondern alle national wie international Beteiligten – vom Anbausektor über den Rohstoffhandel, das Transportwesen, die Lebensmittel- und Verpackungsindustrie, den Lebensmittelhandel, die Druckfarbenindustrie sowie die Zeitungsverlage bis hin zu den Verbrauchern – müssen mitwirken. Dies ist langwierig und braucht Zeit.

Ausführliche Hintergrundinformationen finden Sie im Wissenschaftlichen Pressedienst „Minimierung von MOSH/MOAH in Lebensmitteln“:

www.bdsi.de/fileadmin/redaktion/Wissenschaftlicher_Pressedienst/WDP_04_2016.pdf

Hinweis:     Alle vom BDSI herausgegebenen Druckerzeugnisse werden mit
                    mineralölfreien Farben gedruckt.