Deutsche Süßwarenindustrie begrüßt Verabschiedung des Internationalen ISO-Standards „Nachhaltiger und rückverfolgbarer Kakao“

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Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) begrüßt die Verabschiedung der internationalen Norm „ISO 34101 Nachhaltiger und rückverfolgbarer Kakao“ durch die Internationale Standard Organisation ISO. Als europäische Norm (EN) und als deutscher Standard (DIN) soll sie bis zum Ende des Jahres publiziert werden.

Erstmalig wurde mit dieser Norm für einen Lebensmittelrohstoff ein ISO-Nachhaltigkeitsstandard unter Beteiligung möglichst vieler Akteursgruppen geschaffen. Der BDSI hat die Normtexte mit seinen Experten sowohl im deutschen Ausschuss beim Deutschen Institut für Normung e.V. (DIN) als auch in den Arbeitsgruppen auf internationaler Ebene mitverhandelt. Auch Vertreter der Kakaoanbauer aus den wichtigsten Kakaoanbauländern und deren Regierungen waren beteiligt.

Die Zielsetzung der nun verabschiedeten ISO-Norm ist es, dass Kleinbäuerinnen und -bauern verantwortlich ihre Farmen betreiben können, sie langfristig wettbewerbsfähig sind und genügend Einkommen für sich und ihre Familien erzielen. Daher setzt das Regelwerk auf einen stufenweisen Ansatz, um möglichst vielen Bäuerinnen und Bauern den Einstieg in den Standard zu ermöglichen. Eines der Kernelemente zur Umsetzung eines planerischen und zukunftsorientierten Anbaus ist ein Farmentwicklungsplan, der eine Hilfestellung für die Kleinbauern bieten wird und von den Farmerorganisationen vor Ort mit den einzelnen Bauern entwickelt werden soll. Zahlreiche Regeln zur Bekämpfung und den Ausschluss missbräuchlicher Kinderarbeit sowie gegen Entwaldung wurden ebenfalls in die Norm aufgenommen.

Viele im Rahmen des Erarbeitungsprozesses entwickelte Regeln finden sich auch in den bereits bestehenden Standards von Fairtrade und Rainforest Alliance, so zum Beispiel gute agrarische Praktiken und Rückverfolgbarkeits-Systeme.

Für die Abnehmer und die Verbraucher kann die Verwendung des neuen ISO-Standards durch Auslobungen auf den Produkten erkennbar gemacht werden.

Damit der Standard breite Akzeptanz findet, muss er nun weltweit angewendet werden, sowohl in den Produzentenländern als auch auf Abnehmerseite in Europa.

Zum Hintergrund:

Sieben Jahre lang haben Experten aus Kakao exportierenden und importierenden Ländern über einen internationalen Standard beraten, bevor im Mai 2019 die ISO Norm 34101 „Nachhaltiger und rückverfolgbarer Kakao“ verabschiedet wurde. 2012 startete zunächst auf europäischer Ebene, dann weltweit, ein aufwändiger Multistakeholderprozess, bei dem rund 100 Experten aus den Produzenten- und Verbraucherländern, von Industrie und Zivilgesellschaft, von Bauern und Standardorganisationen und von den Regierungen beteiligt waren. Bei einer Beratungsrunde 2017 in Abidjan in der Côte d’Ivoire, dem weltweitgrößten Kakaoproduzenten, waren zudem Vertreter von Kleinbäuerinnen und -bauern eingeladen, um aktiv den Prozess mitzugestalten.

Nachhaltiger Kakaoanbau verbessert die Lebensbedingungen der Kakaobauern und ihrer Familien und die der künftigen Generationen. Er sichert darüber hinaus die langfristige Versorgung mit qualitativ hochwertigem Kakao. Deutschland ist mit über 400.000 Tonnen, rund 10 % der Welternte, ein bedeutender Verarbeiter von Kakao. Im Jahr 2018 stammten nach einer BDSI-Erhebung bereits 62 % des in den in Deutschland verkauften Süßwaren verwendeten Kakaos aus nachhaltigen Quellen.

Eine Pressegrafik hierzu finden Sie unter:

www.bdsi.de/zahlen-fakten/rohstoffverarbeitung-in-der-suesswarenindustrie/