BDSI: erweiterte Lebensmittel-Kennzeichnung muss freiwillig bleiben

©stadtratte/AdobeStock

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Im Vorfeld der Veröffentlichung der Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ (Farm to Fork) der Europäischen Kommission spricht sich der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie erneut für ein freiwilliges Kennzeichnungssystem für die Visualisierung von Nährwertangaben auf der Vorderseite von Lebensmittel-Verpackungen aus.

Der BDSI begrüßt und unterstützt die Initiative zur Einführung eines visualisierenden Nährwertkennzeichnungsmodells, um Verbrauchern eine rasche Orientierung bei der Kaufentscheidung von Lebensmitteln zu ermöglichen. Allerdings muss ein zukünftiges, in der EU harmonisiertes Front-of-Pack-Kennzeichnungssystem nach Auffassung des BDSI freiwillig bleiben, strikt wissenschaftlich basiert sowie nicht diskriminierend sein und der Komplexität von Ernährung und Ernährungsempfehlungen gerecht werden.

„Was die Unternehmen in und auch nach der Corona-Krise brauchen, sind Entlastungen und keine neuen Belastungen. Deshalb muss ein neues Kennzeichnungssystem für Lebensmittel unbedingt freiwillig bleiben“, sagt Bastian Fassin, Vorsitzender des BDSI. „Neue regulatorische Auflagen wie die Umstellung aller Verpackungen werden gerade die kleineren und mittleren Unternehmen der deutschen Süßwarenindustrie nicht mehr zusätzlich stemmen können“.

Eine jüngst vom BDSI durchgeführte Umfrage bei seinen über 200 Mitgliedsunternehmen hatte ergeben, dass sich die Geschäftslage der deutschen Süßwarenindustrie aufgrund der Corona-Krise und den damit verbundenen Rückgängen bei der Auftragslage und den Exporten deutlich verschlechtert hat. 73 % der Unternehmen schätzen die aktuellen Geschäftsaussichten als schwieriger ein als im Vorjahr.

Der BDSI fordert, dass ergebnisoffen unterschiedliche Kennzeichnungsmodelle von der EU-Kommission geprüft werden. Entscheidend ist, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher klare Schlüsse daraus ziehen können, welchen Beitrag das Lebensmittel in Bezug auf den Energie- und Nährstoffgehalt leistet.

Das in der öffentlichen Diskussion favorisierte Label Nutri-Score hat zuletzt einen Dämpfer seitens der Verbraucher erhalten. So wurde eine europaweit angelegte Bürgerinitiative „Pro-Nutri-Score“ zur verpflichtenden Einführung des Nutri-Scores auf europäischer Ebene zurückgezogen. Grund hierfür ist, dass die erforderliche Mindestanzahl an Unterstützern weit verfehlt wurde. EU-weit wurden nur 111.475 Unterschriften für die Einführung des Nutri-Scores gesammelt, notwendig gewesen wären rund 10-mal so viele. In Deutschland haben nur 4.118 Personen die Petition unterstützt. Erforderlich wären über 72.000 Unterzeichner aus Deutschland gewesen.

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