Tarifverhandlungen für die Süßwarenindustrie in Hamburg/Schleswig-Holstein vertagt: BDSI und NGG gehen in die dritte Runde

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In der zweiten Verhandlungsrunde für einen neuen Entgelttarifvertrag zwischen dem Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e. V. (BDSI) und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) für die tarifgebundenen Beschäftigten der Süßwarenindustrie im Tarifgebiet Hamburg/Schleswig-Holstein konnte keine Einigung erzielt werden. Die Arbeitgeber haben ein deutlich verbessertes Angebot vorgelegt, das die Gewerkschaft jedoch abgelehnt hat. 

Das Angebot der Arbeitgeber nimmt die wirtschaftliche Lage der Branche ernst. Die deutschen Hersteller von Süßwaren und Knabberartikeln stehen unter einem enormen wirtschaftlichen Druck. Geopolitische Unsicherheiten, rasant gestiegene Energie- und Logistikkosten sowie unsichere Lieferketten belasten die Unternehmen erheblich. All das resultiert in einzelnen Betrieben bereits im Abbau von Mitarbeitenden.

Besonders die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die das Rückgrat der Süßwarenindustrie in Hamburg und in Schleswig-Holstein bilden, geraten zunehmend unter Druck. Forderungen in der Höhe, an denen die NGG weiterhin festhält, würden gerade diese Betriebe empfindlich treffen und ihre wirtschaftliche Substanz gefährden. All diese Faktoren schwächen die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Die Eckpunkte des deutlich verbesserten Arbeitgeberangebots

•   Laufzeit von 24 Monaten

•   Erhöhung der Tarifentgelte um 1,9 % für alle Tarifgruppen und Auszubildenden ab 01.05.2026

•   Erhöhung der Tarifentgelte um weitere 1,5 % für alle Tarifgruppen und Auszubildenden ab 01.05.2027 

•   ab 01.05.2027 Stärkung der tariflichen Altersvorsorge für die Beschäftigten durch eine monatliche Erhöhung um 0,4 %

„Die Verhandlungen haben in konstruktiver Atmosphäre stattgefunden. Leider lagen die Vorstellungen von Arbeitgeberseite und Gewerkschaft heute noch zu weit auseinander. Trotz eines offenen und vertrauensvollen Austauschs konnte am zweiten Verhandlungstag noch kein Ergebnis gefunden werden. Wir sind der festen Überzeugung, in der dritten Runde gemeinsam einen tragfähigen Abschluss zu erreichen“, sagt Dr. Mario Mundorf, tarifpolitischer Geschäftsführer des BDSI.

Beide Seiten haben sich darauf verständigt, die Tarifverhandlung in einer dritten Runde fortzusetzen. Der Termin für die dritte Verhandlungsrunde ist derzeit noch in Abstimmung.

Zum Hintergrund

Der bestehende Entgelttarifvertrag für die Süßwarenindustrie in Hamburg/Schleswig-Holstein vom 23.10.2024 ist am 30.04.2026 ausgelaufen. Die Tarifgebiete der deutschen Süßwarenindustrie werden traditionell regional verhandelt; parallel laufen bereits die Verhandlungen in weiteren Gebieten. Die Süßwarenindustrie beschäftigt bundesweit rund 60.000 Menschen in etwa 200 überwiegend mittelständischen Unternehmen und ist damit die viertgrößte Branche der deutschen Ernährungsindustrie.