Bekämpfung von missbräuchlicher Kinderarbeit bei der Haselnussernte in der Türkei

Die Position des BDSI kurz gefasst:

  • Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) sieht in der Türkei als Hauptproduzent von Haselnüssen auch in Zukunft den wichtigsten Handelspartner für diesen Rohstoff. Die deutsche Süßwarenindustrie erkennt jedoch auch soziale Schwierigkeiten in der Türkei, die teilweise mit der Ernte von Haselnüssen verbunden sind. Der BDSI wendet sich strikt gegen alle Formen missbräuchlicher Kinderarbeit.
  • Trotz des klaren Verbotes von missbräuchlicher Kinderarbeit in der Türkei ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Verstößen auch bei der dortigen Haselnussernte gekommen. Missbräuchliche Kinderarbeit in der Türkei hat in erster Linie sozioökonomische Ursachen und ist ein Problem der gesamten türkischen Landwirtschaft. Es ist kein spezifisches Problem des Haselnussanbaus.
  • Zur Behebung des Missstandes bei der Haselnussernte unterstützt der BDSI die Initiativen des europäischen Süßwarenverbandes CAOBISCO zum Dialog mit allen Marktbeteiligten entlang der Haselnusslieferkette und der türkischen Regierung.
  • Als eine konkrete Maßnahme wurde im Jahr 2013 das Projekt „Elimination of Worst Forms of Child Labour in Seasonal Agriculture in Hazelnut Harvesting in Ordu“ zur Bekämpfung von missbräuchlicher Kinderarbeit gestartet. Neben dem europäischen Süßwarenverband CAOBISCO und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) beteiligen sich von Deutschland aus auch Mitgliedsunternehmen des BDSI.
  • Ziel des gemeinsamen Projektes von CAOBISCO und ILO ist die Entwicklung und Durchführung von sozialen Programmen für Kinder in den Camps von Wanderarbeitern. Die Schul- und Betreuungsangebote zeigen ihnen Alternativen zur Arbeit in den Haselnussgärten auf.
  • Ein weiteres Ziel des gemeinsamen Projektes von CAOBISCO und ILO ist sowohl die Aufklärung lokaler Wirtschaftsakteure als auch der türkischen Öffentlichkeit über die sozialen Schwierigkeiten der Kinder aus Wanderarbeiterfamilien und die Folgen missbräuchlicher Kinderarbeit.

Das vollständige Positionspapier können Sie hier herunterladen.

Stand: April 2016