Zuckerfreie Zuckerwaren

Hinter diesem sprachlich paradoxen Begriff verbirgt sich eine besondere Produktgruppe: Anstelle von Zucker enthalten zuckerfreie Zuckerwaren so genannte Zuckeraustauschstoffe (wie Isomalt, Mannit, Sorbit oder Xylit) und Süßstoffe (Acesulfam, Aspartam, Cyclamat usw.).

Mit der Neuauflage der Richtlinie für Zuckerwaren vom Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde im Jahr 1995 fand diese Produktgruppe erstmals eine allseits anerkannte Definition. Danach zählen zu den Zuckerwaren auch "zuckerfreie Zuckerwaren", bei denen der "süße Geschmack durch Zuckeralkohole und/oder Süßstoffe erzielt" wird. Grundsätzlich ist zu fast allen in dieser Broschüre beschriebenen Zuckerwaren eine zuckerfreie Variante denkbar. Der größte Umsatz wird jedoch mit zuckerfreien Bonbons und Kaugummis erzielt.

Der Markt zuckerfreier Bonbons hat sich positiv entwickelt und gefestigt. Für viele Verbraucher sind zuckerfreie Produkte zu einer kalorienreduzierten, wohlschmeckenden Alternative geworden. Dabei handelt es sich zum Großteil um Husten- und Pfefferminzbonbons und nur zu einem geringeren Teil um die Frucht- und Erfrischungssorten.

Aber auch andere Zuckerwaren, wie zum Beispiel Marzipan, gibt es in einer zuckerfreien Variante - eine geeignete Alternative vor allem für Diabetiker.

Ursache für die zunehmende Beliebtheit zuckerfreier Varianten ist das wachsende Ernährungs- und Fitnessbewusstsein der Verbraucher. Zuckerfreie Zuckerwaren sind nicht nur arm an Kalorien, sondern auch zahnschonend, da die Plaque-Bakterien im Mundraum die Zuckeraustauschstoffe nicht in zahnschädigende Säuren verwandeln können.

Allerdings sollte bedacht werden, dass Zuckeraustauschstoffe (im Gegensatz zu Süßstoffen) bei übermässigem Verzehr abführend wirken und Verdauungsprobleme auslösen können, insbesondere bei Kindern.

Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe werden häufig verwechselt. Zuckeraustauschstoffe sind - anders als die Süßstoffe - Energielieferanten. Sie bringen 2,4 Kalorien pro Gramm auf die Waage. Damit sind sie zwar nur halb so "schwer" wie Zucker (Saccharose), aber sie sind auch nur etwa halb so süß. Zu den Zuckeraustauschstoffen für Diabetiker rechnet man auch den Fruchtzucker (Fructose). Er hat den gleichen energetischen Wert wie Zucker (4 Kalorien pro Gramm).

Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe haben eine Gemeinsamkeit: Im Vergleich zum Zucker beeinflussen sie den Insulin- und Blutzuckerspiegel im menschlichen Organismus gar nicht (Süßstoff) oder nur wenig (Zuckeraustauschstoffe). Deshalb sind sie besonders für Diabetiker geeignet.

Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe dürfen bei Zuckerwaren im Rahmen der jeweils gesetzlich festgesetzten Höchstmengen eingesetzt werden. Die Höchstmengen wurden dabei so berechnet, dass eine Person theoretisch an einem Tag alle Lebensmittel, in denen ein bestimmter Süßstoff oder Zuckeraustauschstoff enthalten ist, in den üblichen Konsummengen verzehren kann, ohne damit den ADI-Wert zu überschreiten. Aus diesem Grund ist die Verwendung von Zuckeraustauschstoffen und Süßstoffen beispielsweise bei Limonadenpulver, das auch zu den Zuckerwaren zählt, nicht üblich.

Um die Verbraucher hinreichend zu informieren, muss laut Gesetz auf der Verpackung zuckerfreier Produkte der Hinweis "mit Süßungsmitteln" stehen, die dann in der Zutatenliste einzeln aufgeführt werden.