
Die im BDSI vertretenen Hersteller von Kartoffelchipsprodukten nehmen ihre Verantwortung gegenüber dem Verbraucher in Sachen Acrylamid wahr und arbeiten gemeinsam mit Wissenschaft und Behörden im Rahmen des sogenannten dynamischen Minimierungskonzepts der Bundesregierung an der Senkung der Acrylamid-Gehalte in Kartoffelchips.
Durch Umstellungen in der Produktionstechnik konnte eine deutliche Absenkung der Acrylamid-Gehalte erreicht werden. An weiteren Maßnahmen wird kontinuierlich gearbeitet. Acrylamid ist keine Kontamination, entsteht also nicht durch den Zusatz eines Stoffes von außen, sondern von selbst bei der Erhitzung von zahlreichen Lebensmitteln, so z.B. auch von Kartoffeln. Acrylamid entsteht gleichermaßen bei der Erhitzung von Kartoffeln in der industriellen Herstellung wie in der häuslichen Zubereitung oder in der Gastronomie. 60 - 80 % der täglichen Acrylamid-Aufnahme des Menschen erfolgt zu Hause. Der Anteil der täglichen Acrylamid-Aufnahme durch Kartoffelchips liegt unter 5 %.
Der BDSI veröffentlicht, regelmäßig aktualisiert, die Wochenmittelwerte der in Deutschland produzierenden Kartoffelchips, s. Grafik oben. Diese geben den Verbrauchern im Rahmen der natürlichen Schwankungskurve der Werte über das Kartoffelerntejahr Aufschluss über die aktuelle Situation. Die Veröffentlichung von Einzelanalyseergebnissen einzelner Produkte ist nicht sinnvoll und möglich, da durch die Verarbeitung des Naturprodukts Kartoffel extreme Schwankungsbreiten innerhalb einer Produktionscharge und selbst innerhalb eines Kartoffelchipsbeutels auftreten. Es ist also objektiv unmöglich, den Acrylamid-Gehalt einer einzelnen Kartoffelchipstüte anzugeben. Hinzu kommt eine die durch Laborvergleichstests unter verschiedenen Laboren amtlich festgestellte Schwankungsbreite der Einzelmesswerte von +/- 42 %. Untersuchungsergebnisse, wie von Zeit zu Zeit in den Medien veröffentlicht, die nur auf Einzelmesswerten beruhen, stellen eine Momentaufnahme dar und sind nicht repräsentativ.
Die in Deutschland produzierenden Kartoffelchips-Hersteller schöpfen alle derzeit bestehenden technischen Möglichkeiten aus, im Wege einer guten Herstellungspraxis die Acrylamid-Gehalte möglichst niedrig zu halten. Da alle Hersteller von Kartoffelchips in etwa gleiche Technologie und Kartoffeln verwenden, liegen die Werte der deutschen Hersteller mehr oder weniger auf gleichem Niveau. Valide Aussagen über die Entwicklung der Gehalte in Kartoffelchips lassen sich jedoch ausschließlich anhand von Mittelwerten treffen - und zwar über einen mehrjährigen Zeitraum hinweg.
Die aktuellen Wochenmittelwerte der deutschen Hersteller liegen derzeit mit weniger als 300 - 500 µg/kg deutlich unter dem europäischen Signalwert von 1.000 µg/kg. Damit weisen Kartoffelchips in Deutschland dank innovativer Technologie und optimierter Rohstoffverarbeitung die weltweit niedrigsten Acrylamidgehalte auf. Die Minimierungsanstrengungen der Industrie und der Behörden gehen jedoch unvermindert weiter.
Stand: April 2012