Zur Diskussion über eine Reglementierung der Werbung zur Bekämpfung von Übergewicht

Die Position des BDSI kurz gefasst:

  • Mit einer Einschränkung der Freiheit bei der Werbung für Lebensmittel lässt sich die gesamtgesellschaftliche Herausforderung des Vorkommens von Über­gewicht nicht lösen. Werbung spielt nach Ansicht vieler Wissenschaftler, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle für das Essverhalten von Kindern.
  • Auch die Verzehrhäufigkeit bestimmter Lebensmittelgruppen ist nicht für die Entstehung von Übergewicht verantwortlich.
  • Zu wenig Bewegung, z. B. durch langes Sitzen in der Schule, vor dem Fernseher und Computerbildschirm, kann zu einer positiven Energiebilanz und damit zu Übergewicht führen.
  • Werbung findet bereits heute verantwortungsbewusst statt und ist aus­reichend reglementiert. Was hingegen verstärkt werden sollte, ist die Vermitt­lung von Handlungskompetenzen, insbesondere an Kinder und Jugendliche, im Umgang mit Medien und Werbung. Auf diesem Feld ist z. B. die europäische Bildungsinitiative Media Smart e. V. aktiv.
  • Der BDSI unterstützt die seit dem 1. Juli 2009 gültigen Verhaltensregeln für die kommerzielle Kommunikation für Lebensmittel des Deutschen Werberats.
  • Auf europäischer Ebene haben sich bedeutende Unternehmen im Rahmen des sog. EU-Pledge zusammengeschlossen. Die Mitgliedsunternehmen des EU-Pledge haben sich freiwillig verpflichtet, keine Werbung für Produkte an Kinder unter 12 Jahren zu richten, mit Ausnahme von Produkten, die spezifische ernährungsphysiologische Kriterien erfüllen.

Das vollständige Positionspapier können Sie hier herunterladen.

 

Stand: September 2016