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Gesundheit und Ernährung


Korb für ausgewogene ErnährungDie Ernährung erhält die Leistungsfähigkeit und Gesundheit des Menschen, aber sie steht für weit mehr: Ernährung erzeugt Lebensfreude und Wohlbefinden und bildet nicht zuletzt einen wesentlichen Teil unseres sozialen Lebens. Immer wieder tritt die Frage auf, wie eine ausgewogene und damit gesunde Ernährung aussehen sollte, ohne gleichzeitig auf Genuss und Freude am Essen zu verzichten.

Auch Süßwaren gehören zu unserem Speiseplan. Sie stehen nicht selten in der Kritik, zu einer unausgewogenen Ernährung beizutragen, da sie vermeintlich im Übermaß konsumiert werden. Tatsächlich machen Süßwaren nur einen geringen Teil unserer Ernährung aus. Wichtig für eine für eine ausgewogene Verpflegung ist vor allem die Gesamtheit dessen, was wir essen und nicht so sehr das einzelne Lebensmittel.

Dazu gehört natürlich auch, dass jeder Einzelne ausreichend über gesunde Ernährung informiert ist, um selbst die Entscheidung über die Zusammensetzung seiner Nahrung zu treffen und damit den Süßwaren den richtigen Stellenwert zuzuordnen.

Wie auch das Ergebnis der 6. Wissenschaftlichen Tagung der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin zeigt, sind Süßwaren Bestandteil einer modernen, ausgewogenen Ernährung. Anstatt Verbote auszusprechen, sollte eher ein moderner Umgang mit Süßwaren und Zucker angeraten werden. Eine generelle Empfehlung, wenig Süßes zu verzehren, ist - so das Ergebnis der Tagung - nach heutigem Stand der Wissenschaft nicht aufrechtzuerhalten. Der derzeit übliche Verzehr von Süßwaren und Zucker führt weder zu einem Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen noch zu Übergewicht oder anderen "life-style"-bedingten Krankheiten.

Was ist ausgewogene Ernährung?

Heutzutage wird eine große Auswahl an wohlschmeckenden Lebensmitteln angeboten. Wir bestimmen selbst, was und wie viel wir essen wollen. Dabei laufen wir Gefahr, zu viel zu essen oder uns unausgewogen zu ernähren. Ernährungsexperten empfehlen, dass unsere Nahrung möglichst abwechslungsreich zusammengestellt sein sollte. Nur dadurch bekommt unser Körper alle Nährstoffe, die er zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit und Gesundheit benötigt. Grundsätzlich unterscheiden sich Süßwaren nicht von anderen Lebensmitteln: Sie enthalten Zutaten wie Zucker, Milch, Eier, Nüsse, Butter, Mehl und Kakao und liefern damit wichtige Mengen an Nährstoffen. Zu ihnen zählen unter anderem Kohlenhydrate, Fett, Eiweiß, Eisen, Kalzium und einigen Vitamine. Eine ausgewogene Ernährung lässt sich so gestalten, dass Genuss und Freude am Essen nicht eingeschränkt werden. Dabei braucht man auf Lebensmittel wie Süßwaren nicht zu verzichten. Sie sind in unserer heutigen modernen Gesellschaft zum festen Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung geworden.

Zahnkaries - eine Frage der Mundhygiene

Junge mit KaugummiEs wird immer wieder behauptet, dass unsere Zähne durch den Zuckerverbrauch schlechter werden. Der Verzicht auf zuckerhaltige Lebensmittel garantiert jedoch noch lange keine gesunden Zähne. Denn zur Entstehung von Karies tragen auch Lebensmittel wie zum Beispiel Kartoffeln, Brot, Nudeln, Obst und auch einige Gemüsearten bei. Sie enthalten vergärbare Kohlenhydrate, die Nährstoffe für Bakterien in der Mundhöhle liefern. Diese Bakterien, die sich in besonders hoher Konzentration im Zahnbelag befinden, können aus den Kohlenhydraten Säuren bilden, die den Zahnschmelz angreifen. Karies tritt besonders dann auf, wenn die vier folgenden Faktoren zusammenkommen:

  • Der Zahn ist anfällig für Karies. Dies hängt auch von der Veranlagung ab.
  • Die Nahrung enthält Kohlenhydrate, die von Bakterien verarbeitet werden können. Dies ist fast immer der Fall.
  • In der Mundhöhle sind Bakterien vorhanden, die aus vergärbaren Kohlenhydraten Zahnbeläge (Plaques) und Säuren bilden können.
  • Die Säuren haben genug Zeit, den natürlichen Zahnschmelz anzugreifen.

Da ein Verzicht auf Kohlenhydrate in der täglichen Ernährung unmöglich ist, gibt es nur zwei Möglichkeiten, der Entstehung von Karies vorzubeugen: Zum einen sollten die Zähne mindestens zweimal täglich, am besten nach jedem Essen, sorgfältig geputzt werden, um Speisereste und Zahnbeläge zu entfernen. Zum anderen sollte regelmäßig fluoridhaltige Zahnpasta benutzt werden, um den Zahnschmelz zu kräftigen, "auszubessern" und den Reparaturprozeß zu fördern. Außerdem sollte zweimal im Jahr ein Zahnarzt aufgesucht werden. Zusätzlich kann auch Kaugummikauen nach dem Essen zur Vorbeugung von Karies beitragen.

Dass gerade im Bereich der Mundhygiene in den letzten Jahren deutliche Fortschritte erzielt wurden, belegen die Ergebnisse der Dritten Deutschen Mundgesundheitsstudie des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ). Zwölfjährige haben durchschnittlich 1,7 kariöse, fehlende oder gefüllte Zähne. Im Jahr 1989 hatte dieser Wert noch bei 3,9 gelegen. Insgesamt ist Karies in den vergangenen zehn Jahren deutlich zurückgegangen, vor allem bei Kindern und Jugendlichen in Grund- und Hauptschulen.

"Generell konnte in den vergangenen 10 Jahren ein deutlicher Rückgang der Karies festgestellt werden, der auf die durchgeführten Prophylaxemaßnahmen zurückzuführen ist. Der stärkste Rückgang wurde bei Kindern und Jugendlichen aus Grund- und Hauptschulen festgestellt." "Abgestimmt auf die Gesamtheit der Ernährung spielen Süßwaren eine bedeutsame Rolle und sind eine Bereicherung. Es liegt in unserer Hand, den Süßwaren den richtigen Stellenwert zuzuordnen."
Prof. Dr. Elmar Reich, Universität des Saarlandes für ZHK-Krankheiten zur Dritten Deutschen Mundgesundheitsstudie des Instituts der Deutschen Zahnärtze (IDZ) Prof. Dr. med. Josef Keul, Lehrstuhl und Abteilung für präventive-rehabilitative Sportmedizin an der medizinischen Universitätsklinik Freiburg

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