
Die Ernährung erhält die Leistungsfähigkeit und Gesundheit des Menschen, steht aber insgesamt für weit mehr: Essen und Genießen erzeugen Lebensfreude und Wohlbefinden und bilden einen wesentlichen Teil unseres sozialen Lebens. Heutzutage wird eine große Auswahl an wohlschmeckenden und sicheren Lebensmitteln angeboten. Immer wieder taucht daher die Frage auf, wie eine ausgewogene und gesunde Ernährung aussehen sollte, ohne gleichzeitig auf bestimmte Lebensmittel und Freude am Essen verzichten zu müssen.
Experten raten schon seit jeher zur Abwechslung auf dem Speiseplan. Nur dadurch bekommt unser Körper alle Nährstoffe in den Mengen, die er zur Erhaltung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit und Gesundheit benötigt. Ob die Ernährung gesund oder ungesund ist, wird nicht durch einzelne Lebensmittel entschieden, - Lebensmittel können per se nicht in "gesund" oder "ungesund" eingeteilt werden - sondern es kommt auf die Zusammensetzung der Nahrung über einen längeren Zeitraum an. Wichtig ist außerdem, sich Zeit fürs Essen zu nehmen.
Auch Süßwaren oder Knabberartikel gehören zu einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung. Sie runden unseren Speiseplan ab und tragen zu Genuss und Wohlbefinden bei. Längst weiß man, dass nicht alleine die Nährstoffe für die Gesundheit verantwortlich sind. Der Genuss beim Riechen von Speisen, das Zergehenlassen im Mund oder das Knacken von krossem Gebäck oder knusprigen Salzstangen setzen Glückshormone frei.
Fälschlicherweise wird Süßwaren teils immer noch nachgesagt, zu einer unausgewogenen Ernährung und Übergewicht beizutragen oder wichtige Nährstoffe zu verdrängen. Die Ergebnisse vieler verschiedener Untersuchungen aber zeigen, dass diese Behauptungen keine wissenschaftliche Grundlage haben. So belegen Studien, dass kein kausaler Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Süßwaren und Übergewicht besteht. Übergewichtige Kinder naschen und knabbern nicht mehr als ihre normal- oder untergewichtigen Altersgenossen. Der derzeit übliche Verzehr von Süßwaren und Zucker führt auch nicht zu einem Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen oder zu anderen "life-style"-bedingten Erkrankungen. Auch im Hinblick auf das Thema "Karies" gibt es gute Nachrichten: Bei einer guten Mundhygiene und der Anwendung von Fluoriden muss auf zuckerhaltige Lebensmittel nicht verzichtet werden, denn ein sauberer Zahn wird nicht krank. So ist trotz unveränderten Zuckerverbrauchs seit mehreren Jahren in Deutschland der Kariesbefall bei Kindern und Jugendlichen stark zurückgegangen. Dies ist auf die breite Anwendung von Fluoriden und verbesserte Mundhygiene zurückzuführen.
Süßwaren enthalten unter anderem Zutaten wie Getreideprodukte, Zucker, Milch, Eier, Nüsse, Butter, Kakao und liefern damit wichtige Mengen an verschiedenen Nährstoffen. Zu den in Süßwaren enthaltenen Nährstoffen zählen neben Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß auch Eisen, Kalzium, B-Vitamine und andere Mikronährstoffe.
Eine besondere Produktgruppe stellen Diabetikerprodukte dar, die genau definierte Anforderungen erfüllen müssen. Bei Lebensmitteln für Diabetiker dürfen Haushaltszucker und andere Zweifachzucker wie Maltose oder Laktose genauso wenig eingesetzt werden wie Glukose, Invertzucker, Maltodextrine oder Glukosesirup. Anstelle dieser Stoffe dürfen nur Fruktose und Süßungsmittel wie die Zuckeraustauschstoffe Sorbit, Mannit, Maltit, Xylit etc. oder Süßstoffe wie z.B. Acesulfam K, Aspartam und Saccharin verwendet werden. Zwischen dem Zuckerkonsum und der Entstehung von Diabetes mellitus besteht aber kein Zusammenhang. Diabetiker dürfen im Rahmen ihrer Diät durchaus auch Zucker essen.
Eine spezielle Kategorie stellen ferner die "glutenfreien" Gebäcke dar. Bei diesen handelt es sich um Erzeugnisse, die für die Ernährung bei Zöliakie geeignet sind. Bei Zöliakie besteht eine Unverträglichkeit gegen das natürlich vorkommende sog. Klebereiweiß (Gluten, Prolamin) der Getreidearten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer. Glutenfreie diätetische Lebensmittel sind mit dem Symbol einer durchgestrichenen Weizenähre oder durch den Aufdruck "glutenfrei" kenntlich gemacht.
Wir bestimmen selbst, was und wie viel wir essen möchten. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass jeder Einzelne ausreichend über Ernährungsfragen informiert ist, um selbst eine Entscheidung über die Zusammensetzung seiner Nahrung zu treffen und damit allen Lebensmitteln und somit auch Süßwaren den richtigen Stellenwert zuordnen kann. Eine ausgewogene Ernährung lässt sich so gestalten, dass Genuss und Freude am Essen nicht eingeschränkt werden müssen. Entscheidend sind daneben für unsere Gesundheit noch andere Faktoren wie körperliche Aktivität, aber auch Gewohnheiten wie Rauchen etc., also der Lebensstil insgesamt.

"Bei der Ernährung wie auch bei der Bewegung kommt es auf das richtige Maß an. Steht beides im Gleichgewicht, so kann man sich genussvoll und unbeschwert ernähren."
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