Zucker - der Fitmacher
Zucker ist ein hervorragender Energielieferant für den menschlichen Körper. Wie ist das zu erklären? Bei der Photosynthese bilden die Pflanzen in ihren Blattzellen aus dem Wasser des Bodens und dem Kohlendioxid der Luft unter Einwirkung der Sonnenenergie sowohl Sauerstoff als auch Zucker in Form von Saccharose.
Beim Verzehr des Zuckers wird diese gespeicherte Energie in den Körperzellen von Mensch und Tier wieder freigesetzt und für den Organismus nutzbar gemacht. Bei diesem Vorgang wird zugleich Wasser und Kohlendioxid freigesetzt, so dass damit der natürliche Kreislauf geschlossen wird.
Damit ist Zucker ein wichtiger natürlicher Bestandteil der menschlichen Ernährung. Bei Zucker handelt es sich um ein reines Kohlenhydrat. Rund 50 bis 60 % unseres täglichen Energiebedarfes sollte der Mensch in Form von Kohlenhydraten zu sich nehmen. Das zentrale Nervensystem benutzt fast ausschließlich Kohlenhydrate für seine Arbeit. Auch andere wichtige Organe, wie die für den Sauerstofftransport verantwortlichen roten Blutkörperchen und Teile der Niere, können nur mit Kohlenhydraten ihre lebenswichtige Arbeit leisten. Da der Körper nicht in der Lage ist, ausreichende Mengen an Kohlenhydraten zu speichern, müssen sie regelmäßig mit der Nahrung zugeführt werden - bei stärkerer Belastung sogar vermehrt. Nicht zuletzt dann ist Zucker ein idealer Energielieferant und Fitmacher, der dem Körper schnell zur Verfügung stellt, was er an Energie braucht. Dabei ist der Energiegehalt des Zuckers nicht höher als der von Eiweiß - vier Kalorien pro Gramm. Dagegen liefert Fett zum Beispiel neun Kalorien pro Gramm.
Zucker - ein sicheres Lebensmittel

Immer wieder kam Zucker in Verruf, für verschiedene Zivilisationskrankheiten verantwortlich zu sein. Diese Fehleinschätzung hat die moderne Ernährungswissenschaft - und allen voran die amerikanische Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration - nach Auswertung aller wissenschaftlichen Erkenntnisse und Untersuchungen nachhaltig ausgeräumt. Sie belegt: Zucker ist ein sicheres Lebensmittel.
So wird Zucker heute hergestellt
Die Zuckerrübe ist in den gemäßigten Klimazonen Mitteleuropas der Zuckerlieferant Nummer eins, denn sie ist mit einem Zuckeranteil von 17 bis 20 % die zuckerreichste hier wachsende Pflanze. Von der Saat bis zur Ernte der Zuckerrüben im Herbst vergehen etwa 180 Tage. Die Rüben verlangen einen nährstoffreichen und gelockerten Boden. In der Zuckerfabrik werden die Rüben zunächst gewaschen und klein geschnitten.

Die Schnitzel kommen in den Extraktionsturm. Hier löst heißes Wasser den Zucker aus den Rübenschnitzeln. Dabei entsteht eine 15%ige Zuckerlösung. Durch Zusatz von Kalkmilch werden die Nichtzuckerstoffe aus dem Rohsaft herausgelöst. In Verdampfapparaten wird dem Dünnsaft so lange Wasser entzogen, bis Dicksaft mit einem Gehalt von 70 % Zucker entsteht. Dieser Dicksaft wird in der Kochstation, um den Zucker zu schonen, bei Unterdruck und verminderter Temperatur weiter eingedampft, bis sich Zuckerkristalle bilden. Der dabei entstehende Kristallbrei wird Füllmasse genannt. Die Füllmasse kühlt in den Maischen ab. Dabei wachsen die Kristalle weiter. In der Zentrifuge werden die Zuckerkristalle durch Schleudern von dem zähflüssigen Sirup, der Melasse, getrennt. Der größte Teil des auf diese Weise gewonnenen Zuckers wird von der Lebensmittelindustrie verwendet - zum Beispiel für die Herstellung von Zuckerwaren. Auf den folgenden Seiten erfahren sie mehr über die wichtigsten Zuckerwarenarten, ihre Herstellung und Besonderheiten.
zurück zur 'Welt der Zuckerwaren'