April 2011
Die Position des BDSI kurz gefasst:
- Übergewicht hat viele Ursachen - Lösungsansätze müssen alle Einflussfaktoren berücksichtigen.
- Mit der deutschen Plattform Ernährung und Bewegung (peb) wurde zu Recht ein integrierter Weg bei der Prävention von Übergewicht eingeschlagen.
- Der BDSI nimmt seine Verantwortung wahr und unterstützt peb als aktives Mitglied.
- peb als Entwickler einer guten fachlichen Praxis und Förderer von interdisziplinären Netzwerken sollte Vorbild für Europa sein und eine zentrale Funktion bei der Regierungsinitiative IN FORM erhalten.
Übergewicht hat viele Ursachen - Lösungsansätze müssen alle Einflussfaktoren berücksichtigen
An der Entstehung von Übergewicht - so belegt es die Wissenschaft - sind viele Faktoren beteiligt. Der Kampf gegen Übergewicht muss daher als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen werden, die die Vielzahl von Ursachen und deren Vernetzung bei den Lösungsansätzen berücksichtigt. Alle gesellschaftlichen Bereiche - auch Bildungs-, Familien-, Gesundheits- und Verbraucherpolitik - sind aufgefordert, zusammenzuwirken und dazu beizutragen, jungen Menschen Kompetenzen zu vermitteln sowie ihre Selbstverantwortung zu stärken. Sie sollten in die Lage versetzt werden, bewusst einen aktiven, gesunden Lebensstil zu entwickeln. Eindimensionale Schuldzuweisungen an einzelne Lebensstilfaktoren, wie z. B. die Ernährung oder gar einzelne Lebensmittelgruppen, sind als Lösungsansätze völlig unbrauchbar und führen in eine Sackgasse.
Mit der deutschen Plattform Ernährung und Bewegung (peb) wurde zu Recht ein integrierter Weg bei der Prävention von Übergewicht eingeschlagen.
Mit peb haben sich in Deutschland die entscheidenden Akteure aus Politik, Wirtschaft, Sport, Elternschaft und Ärzten sowie die Gewerkschaft Nahrung - Genuss - Gaststätten zum europaweit größten Netzwerk zur Vorbeugung gegen Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen zusammengeschlossen. Hier werden handlungsorientierte Lösungen entwickelt und mit einer Vielzahl von Partnern und Projekten aktiv umgesetzt. Bei peb arbeiten alle gesellschaftlichen Gruppen mit den Kindern und Jugendlichen und deren Elternhaus zusammen. Die Plattform stützt sich richtigerweise bei allem fachlichen Handeln auf die Expertise der Wissenschaft und lässt ihre Aktionen auf Wirksamkeit hin evaluieren.
Der BDSI nimmt seine Verantwortung wahr und unterstützt peb als aktives Mitglied.
Der BDSI ist seit Gründung Mitglied bei peb und setzt sich dort aktiv für ein gesundheitsbewusstes Essverhalten, für mehr Bewegung und Entspannung als wesentliche Bestandteile eines gesundheitsförderlichen Lebensstils bei Kindern und Jugendlichen ein. Außerdem steht die Süßwarenindustrie seit vielen Jahren im engen Dialog mit Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen und gibt zahlreiche Informationsmaterialien für Verbraucher, Ernährungsberater und andere interessierte Gruppen heraus.
peb als Entwickler einer guten fachlichen Praxis und Förderer von interdisziplinären Netzwerken sollte Vorbild für Europa sein und eine zentrale Funktion bei der Regierungsinitiative IN FORM erhalten.
Die bisherigen Erfolge der peb-Aktivitäten signalisieren, dass mit peb der richtige Weg bei der Übergewichtsprävention gewählt wurde. Die deutsche Plattform agiert als wichtiger Initiator für die Entwicklung einer guten fachlichen Praxis, weil hier führende Vertreter der unterschiedlichsten Bereiche und Akteure in der Übergewichtsprävention zusammenarbeiten. peb sollte daher auch auf europäischer Ebene als Vorbild dienen.
Der BDSI hält es ferner für notwendig, dass peb in Deutschland eine noch breitere politische Unterstützung erfährt als dies bisher der Fall ist - vor allem seitens der Bundesländer, von denen bisher nur Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen als Mitglieder die Arbeit von peb mit tragen, aber auch seitens des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Darüber hinaus müssen kommunale Netzwerke gezielter unterstützt und die Rahmenbedingungen dafür geschaffen bzw. verbessert werden. Daher ist es wünschenswert, die Zusammenarbeit von Ministerien, Behörden/Ämtern und lokalen Zentren sowie professionellen Akteuren verschiedenster Disziplinen nachhaltig zu gestalten und zu verzahnen. Nur so kann man gesamtgesellschaftlich zielführend zum Wohle der Betroffenen handeln. Auch hier geht peb bereits als gutes Beispiel voran.
Ferner muss peb nach Ansicht des BDSI im Rahmen von "IN FORM - Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung", dem Ende 2008 von der Bundesregierung vorgestellten Nationalen Aktionsplan, eine zentrale Funktion als Kompetenzzentrum und Vernetzungsplattform bei der Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen zukommen.
Mehr Informationen zur Plattform Ernährung und Bewegung siehe
www.ernaehrung-und-bewegung.de
Weitere Informationen unter:
www.suessefacts.de
Mehr Informationen bez. der Positionen des BDSI siehe
www.bdsi.de/de/positionen_themen
Bonn, 20.04.2011