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Position zum Einsatz von zertifiziertem Palmöl in Süßwaren

Februar 2014
Die Position des BDSI kurz gefasst:

  • Die Unternehmen der Süßwarenindustrie setzen sich verantwortlich für den Umwelt- und Artenschutz bei der Palmölproduktion ein. Sie verwenden zunehmend nachhaltig erzeugtes, zertifiziertes Palmöl oder engagieren sich unmittelbar als Mitglieder im Round Table on Sustainable Palm Oil (RSPO).
  •  Palmöl kommt in der deutschen Süßwarenindustrie im Vergleich zu anderen Verwendern in verhältnismäßig geringen Mengen zum Einsatz. Die deutsche Süßwarenindustrie möchte dennoch ihren Teil für einen nachhaltigen Palmölanbau beitragen. Daher unterstützt sie mit Nachdruck die Forderung nach einer nachhaltigen, zertifizierten Palmölproduktion und setzt damit ein wichtiges Signal für einen nachhaltigen Anbau in den Ursprungsländern.
  •  Die Ölpalme ist qualitativ und quantitativ ein unersetzlicher Öllieferant. Gegenüber anderen pflanzlichen Ölen hat Palmöl viele Vorteile. Bestimmte technische und sensorische Eigenschaften machen Palmöl zu einem guten und wertvollen Rohstoff für die Herstellung von Süßwaren.
  •  Selbst kritische NGOs bezweifeln nicht die Vorteile des großen Ertrags pro Fläche, den Ölpalmen bieten. Angesichts des Mehrbedarfs an pflanzlichen Ölen und Fetten aufgrund der steigenden Weltbevölkerung ist Palmöl ein unverzichtbarer Rohstoff. Der Flächenbedarf für den Anbau anderer Öl-pflanzen wäre wesentlich höher.
  •  Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) tritt für eine Verwendung von nachhaltig erzeugtem Palmöl als wertvollen Lebensmittelrohstoff ein. Zugleich fordert er eine sachlich geführte Diskussion um die Verwendung von nachhaltig erzeugtem, zertifiziertem Palmöl. Der BDSI begrüßt Initiativen, deren Ziel es ist, eine nachhaltige Palmölproduktion in den Anbauländern zu fördern.


Die Unternehmen der Süßwarenindustrie setzen sich verantwortlich für den Umwelt- und Artenschutz bei der Palmölproduktion ein. Sie verwenden zunehmend nachhaltig erzeugtes, zertifiziertes Palmöl oder engagieren sich unmittelbar als Mitglieder im Round Table on Sustainable Palm Oil (RSPO).
In der überwiegend mittelständisch geprägten deutschen Süßwarenindustrie ist das Prinzip der Nachhaltigkeit stark verankert. Die Unternehmen setzen sich daher auch verantwortlich für nachhaltig erzeugtes Palmöl ein. Viele Hersteller haben sich bereits Zielvorgaben auferlegt, künftig vollständig auf nachhaltig erzeugtes, zertifiziertes Palmöl umzustellen.

Für alle Unternehmen ist der Bezug von nachhaltigem Palmöl eine große Herausforderung - beginnend mit der Auswahl geeigneter Lieferanten, dem Sicherstellen der Qualität, der Rückverfolgbarkeit der Lieferkette bis hin zu den höheren Kosten. Für kleine und mittlere Unternehmen ist der administrative Aufwand für die Verwendung von Kleinstmengen zertifiziertes Palmöl besonders hoch.

Um den Anbau und die breite Verwendung von zertifiziertem Palmöl zu unterstützen, sind einige Unternehmen auch als Mitglied im Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) aktiv. Der RSPO ist von einzelnen Unternehmen und dem World Wide Fund For Nature (WWF) im Jahr 2004 ins Leben gerufen worden. Ziel des RSPO ist es, den Anbau von Palmöl langfristig vollständig auf eine nachhaltige Erzeugung umzustellen. Dadurch setzt er sich aktiv für den Schutz von ökologisch wertvollen Naturräumen ein. 14 % des erzeugten Palmöls ist bereits nach den Nachhaltigkeitskriterien des RSPO zertifiziert. Ein wesentliches Grundprinzip des RSPO ist seine kontinuierliche Weiterentwicklung. Innerhalb des RSPO gibt es bereits Diskussionen, seinen Nachhaltigkeitsstandard um zusätzliche Kriterien zu erweitern, bspw. um den Schutz von Hochmooren und Wäldern mit hohem CO2-Speicherwert und das Einbeziehen weiterer sozialer Aspekte.

Mit der Verwendung von nachhaltig erzeugtem, zertifiziertem Palmöl senden die Unternehmen der deutschen Süßwarenindustrie ein wichtiges Signal an die Ursprungsländer. Sie zeigen damit, dass die nachhaltigen Produktionsbedingungen langfristig wesentliche Kriterien für den Absatz am europäischen Markt bilden. Neben dem Einsatz der Privatwirtschaft sind aber insbesondere auch geeignete Maßnahmen der Anbauländer zum Schutze der Regenwälder und die konsequente Durchsetzung von Gesetzen für den Umwelt- und Artenschutz erforderlich.

Palmöl kommt in der deutschen Süßwarenindustrie im Vergleich zu anderen Verwendern in verhältnismäßig geringen Mengen zum Einsatz. Die deutsche Süßwarenindustrie möchte dennoch ihren Teil für einen nachhaltigen Palmölanbau beitragen. Daher unterstützt sie mit Nachdruck die Forderung nach einer nachhaltigen, zertifizierten Palmölproduktion und setzt damit ein wichtiges Signal für einen nachhaltigen Anbau in den Ursprungsländern.
Deutschland importierte im Jahr 2012/2013 (Okt.-Sep.) insgesamt 1,07 Mio. t Palm- und Palmkernöl, was 1,7 % der weltweiten Ernte (ca. 62 Mio. t) entspricht. Die EU verbrauchte insgesamt ca. 11,5 %. Die mit Abstand größten Mengen verbleiben in Asien. Hauptverbraucherländer sind Indien, China und Indonesien. Ein großer Teil des in Deutschland verwendeten Palmöls wird in der kosmetischen und chemischen Industrie eingesetzt (z.B. Körperpflegeprodukte) sowie vor allem bei der Energiegewinnung (z.B. Verbrennung in Blockheizkraftwerken oder Einsatz als Biodiesel). Im Lebensmittelbereich fließt der größte Teil in die Produktion von Margarine und Bratfett. Außerdem wird es zur Herstellung von Saucen, Fertiggerichten und anderen kulinarischen Gerichten verwendet. Obwohl die Süßwarenindustrie nur einen geringen Teil verwendet, setzt sie sich mit Nachdruck für mehr Nachhaltigkeit im Palmölanbau ein.
Anteil an der weltweiten Produktion pflanzlicher Öle- und Fette 2012/2013

Die Ölpalme ist qualitativ und quantitativ ein unersetzlicher Öllieferant. Gegenüber anderen pflanzlichen Ölen hat Palmöl viele Vorteile. Bestimmte technische und sensorische Eigenschaften machen Palmöl zu einem guten und wertvollen Rohstoff für die Herstellung von Süßwaren.
Palmöl verfügt über spezifische sensorische und funktionelle Eigenschaften, die für Geschmack, Geruch, Konsistenz und Haltbarkeit der Produkte bedeutsam sind. Ein großer Vorteil gegenüber anderen Speisefetten ist beispielsweise seine gute Stabilität gegenüber Hitze- und verderbnisförderndem Sauerstoff. Für die Herstellung von bestimmten Lebensmitteln ist Palmöl daher besonders geeignet und kann nicht durch andere Fette ersetzt werden.

Selbst kritische NGOs bezweifeln nicht die Vorteile des großen Ertrags pro Fläche, den Ölpalmen bieten. Angesichts des Mehrbedarfs an pflanzlichen Ölen und Fetten aufgrund der steigenden Weltbevölkerung ist Palmöl ein unverzichtbarer Rohstoff. Der Flächenbedarf für den Anbau anderer Ölpflanzen wäre wesentlich höher.
In den Jahren 2012/13 lagen Palm- und Palmkernöl mit einem Ertrag von 62 Mio. t bei ca. 40 % der weltweit rund 156 Mio. t hergestellten pflanzlichen Fette und Öle. Der Palmölanteil am weltweiten Flächenbedarf für die Produktion von Fetten und Ölen lag jedoch nur bei 6 %. Gegenüber anderen Ölfrüchten hat die Palmölfrucht mit jährlich rund 4 t Öl/ha sehr hohe Hektarerträge. Würde der weltweite Bedarf an pflanzlichen Ölen durch andere Pflanzenöle gedeckt werden müssen, wäre der Flächenbedarf um ein Vielfaches höher. Angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung sowie eines steigenden Pro-Kopf-Verbrauchs von Speisefetten entspräche eine Umstellung auf andere Öle und Fette nicht dem Nachhaltigkeitsgedanken, natürliche Ressourcen zu schonen.
Anteil am Flächenbedarf weltweit 2012/2013

Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) tritt für eine Verwendung von nachhaltig erzeugtem Palmöl als wertvollen Lebensmittelrohstoff ein. Zugleich fordert er eine sachlich geführte Diskussion um die Verwendung von nachhaltig erzeugtem, zertifiziertem Palmöl. Der BDSI begrüßt Initiativen, deren Ziel es ist, eine nachhaltige Palmölproduktion in den Anbauländern zu fördern.
Viele Unternehmen des BDSI engagieren sich bereits seit einigen Jahren mit dem RSPO auf internationaler Ebene für den Anbau und die Verwendung von nachhaltig erzeugtem Palmöl. Der BDSI begrüßt auch die Einrichtung des "Forums für Nachhaltiges Palmöl" in Deutschland. Als deutsche Dialogplattform zwischen Politik, Industrie, Handel, Verbrauchern und NGOs kann dieses Forum den weiteren Ausbau einer nachhaltigen Palmölwirtschaft unterstützen. Von der Politik erwartet der BDSI eine stärkere europäische und international koordinierte Einflussnahme auf die Anbauländer von Palmöl, um im Land die Nachhaltigkeit im Palmölanbau durchzusetzen.

Die Süßwarenindustrie und andere Verwender von nachhaltig erzeugtem, zertifiziertem Palmöl können von der Abnehmerseite her nur begrenzt die Entwicklungen für eine nachhaltige Palmölproduktion fördern. Diese vollständig und umfassend durchzusetzen, liegt in den Händen der Anbauländer. Vor Ort muss die Politik Verantwortung für den Umwelt- und Artenschutz übernehmen und die notwendigen Gesetze durchsetzen.

Quellen:
"Palmöl in der Diskussion" Das Für und Wider eines agrarischen Rohstoffs in der nachhaltigen Lebensmittelerzeugung, Wissenschaftlicher Pressedienst, Nr. 1 2011. Herausgeber: Prof. Dr. R. Matissek, Lebensmittelchemisches Institut der deutschen Süßwarenindustrie, Köln

Oil World Annual 2013, Volume 1 - up to 2012/2013, ISTA Mielke GmbH, Hamburg

Round Table On Sustainable Palm Oil (RSPO), http://www.rspo.org/
Stand Januar 2014

Weitere Positionen/Themen finden Sie unter:
www.bdsi.de/de/positionen_themen

Bonn, 25.02.2014

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